Ein einzelner Messwert sagt wenig. Erst der Vergleich mit einem trockenen Referenzbereich im selben Raum zeigt, ob ein Wert auffällig ist. Deshalb legen wir zuerst Referenzpunkte fest.
Oberflächenmessung an Wand, Decke und Boden
Mit dem kapazitiven Messgerät tasten wir Putz, Estrich und Deckenuntersicht ab, ohne zu bohren. Das Gerät zeigt, wie weit sich die Feuchte verteilt hat, und liefert eine Karte des Schadens. Bei einem Wasserschaden an der Decke erkennen wir so, ob der Fleck ein alter Rand ist oder ob darüber noch Wasser steht. Metallteile und Salze im Putz verfälschen die Anzeige, deshalb prüfen wir auffällige Stellen mit einem zweiten Verfahren nach.
Tiefenmessung in Estrich, Dämmschicht und Mauerwerk
Für die Tiefe setzen wir Elektroden oder Sonden ein: in der Randfuge, in einer vorhandenen Öffnung oder in einem kleinen Bohrloch. Nur so erfahren wir, ob die Dämmschicht unter dem Estrich nass ist, denn dort trocknet nichts von allein. Das Umweltbundesamt empfiehlt, die Ausgleichsfeuchte per Sonde in frisch gebohrten Löchern zu prüfen (Schimmelleitfaden, April 2024). Wo ein Bohrloch nicht in Frage kommt, etwa bei Fliesen über Fußbodenheizung, zeigt die Leckortung ohne Aufstemmen zuerst, wo sich Wärme oder Feuchte abzeichnet.
CM-Messung, Darrprobe und Holzfeuchte
Ob ein Estrich wieder belegt werden darf, entscheidet die CM-Messung mit einer Probe aus dem Querschnitt. Bei Streit über einen Wert ziehen wir die Darrprobe als Laborreferenz heran. Holz messen wir mit Einschlagelektroden am Balkenkopf, an der Dielung und am Parkett. Der bauliche Holzschutz nach DIN 68800 setzt die Grenze gegen holzzerstörende Pilze bei 20 Prozent Holzfeuchte (Baunetz Wissen, abgerufen 10/2026). Liegt ein Balken darüber, gehört er in den Trocknungsplan.
Schadensanalyse: Ursache, Ausbreitung, Folgen
Zur Analyse gehört mehr als Feuchte. Wir klären, ob Leitungswasser, Regen oder Grundwasser die Ursache ist, in welche Richtung sich die Nässe bewegt und welche Bauteile bereits Folgeschäden zeigen. Das entscheidet über die zuständige Versicherung und über den Umfang der Sanierung. Für das Schimmelrisiko ist die Oberfläche maßgeblich: Laut Umweltbundesamt liegt die Wachstumsgrenze bei rund 70 Prozent relativer Feuchte am Material (Schimmelleitfaden, April 2024).
